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Klärungshilfe
Die Klärungshilfe ist eine hoch effiziente, moderierte Gesprächsform, um in
schwierigen Konflikten zwischen zwei oder mehreren Personen (bis zu 100) zu
vermitteln. Dabei werden die emotionalen Hinter- und Untergründe der Betroffenen
besonders berücksichtigt, da auf dieser Ebene häufig die
Blockaden für sachliche, tragfähige Lösungen liegen.
Ablauf:
Ein detailliertes Kontaktgespräch mit dem Vorgesetzten, in dem
die individuelle Konfliktstruktur genau betrachtet wird, steht am Anfang. Daraus ergibt sich
dann das methodische Vorgehen, die Auswahl der am Gespräch teilnehmenden Personen und der Termin.
Weitere Vorgespräche mit Mitarbeitern finden bewusst nicht statt.
Bei einem Konflikt zwischen gleichberechtigten Partnern gibt es vorab
lediglich die Abklärung der Rahmenbedingungen.
Am Beginn des Klärungsgesprächs vor Ort (Dauer 1/2-2 Tage) steht dann das gründliche Verstehen
jeder einzelnen Person und ihrer Sichtweise. Dazu höre ich als Klärungshelfer jeder Partei in
Anwesenheit der anderen so lange zu, bis ich das Fühlen, Denken und Verhalten der einzelnen Personen ganz nachvollziehen
kann. Aus dem, was ich von allen gehört habe, entwerfe ich eine visuelle Zusammenfassung, die
alle relevanten Teilaspekte der Gesamtsituation enthält. An diesem Inhaltsverzeichnis orientieren
sich dann die folgenden Dialoge und Verhandlungen.
In den Dialogen geht es darum, zu verstehen, wie es zu den unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Konfliktparteien
kommen konnte. Ich übernehme dabei immer wieder als allparteilicher Moderator (abwechselnd
die Positionen der einzelnen Parteien), um ihnen durch meine Worte zu tieferem Selbstverständnis
und besserem Gehör bei den anderen zu verhelfen.
Nach ca. 2/3 der Zeit geht es in die Phase der Lösungssuche – erst jetzt, nach
gründlicher Hinter- und Untergrundbearbeitung werden Lösungen erarbeitet und die
Grundlagen für eine gelungene Kommunikationskultur vereinbart.
Oft ist es sinnvoll, einen oder mehrere weitere Termine zu vereinbaren,
um den Transfer in den Alltag zu unterstützen.
Besonderheiten:
Folgende drei Punkte bilden die Säulen der Klärungshilfe:
- Es geht um die „Klarheit der Situation“ – die Beteiligten müssen
der Wahrheit ins Auge sehen wollen/können.
- Die Vergangenheitsbetrachtung bildet die Grundlage für
Klärung der Gegenwart und Planung der Zukunft.
- Negative Gefühle, die im Zusammenhang mit dem Konflikt stehen,
werden nicht ausgeklammert, sondern als wesentlichen Klärungsinhalt betrachtet.
Im Gegensatz zu anderen Mediationsverfahren werden bei der Klärungshilfe
keine Einzelgespräche im Vorfeld geführt – außer mit dem obersten, am
Konflikt beteiligten Vorgesetzten. Das Motto des Klärungshelfers
ist, „sich ganz darauf einlassen, sich aber nicht einnehmen lassen“.
Für den Klärungshelfer bedeutet dies, unvoreingenommen in die Situation
zugehen und gemeinsam mit allen Beteiligten den Konflikt in den Blick
zu nehmen und zu bearbeiten. So werden beim ersten gemeinsamen Treffen
das Ausmaß des Konflikts und die damit verbundenen Gefühle der einzelnen
Personen so ursprünglich wie möglich sichtbar. Die Anwesenheit der
anderen Konfliktparteien hat einen positiven Einfluss auf die ersten
Perspektivschilderungen und begünstigt die Klärbarkeit des Konflikts.
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